Mein Leben mit Parkinson
Die Diagnose Parkinson habe ich November 2017 bekommen. Obwohl mir eigentlich schon klar war, dass irgend etwas mit mr nicht stimmte, war es doch ein komisches Gefühl. Ich war ja vorher schon beim Hausarzt, der mir sagte, ich solle das beobachten, vielleicht sei das Stress.
Meine Ärzte
Auf jeden Fall war mein erster Neurologe ein wenig emphatischer Kerl. Ich war mit meiner Frau dort und fragte ihn, was wohl auf mich zukommen könnte? Eine offene Frage. Und ich bekam zur Antwort: Dass weiß ich doch nicht, kann ich hellsehen? Ich fand das eine ziemlich blöde Reaktion und hatte erwartet, dass er mir aufklärt, es könne so verlaufen, oder aber auch so, also von bis. Das einzig Vernünftige was von ihm kam, war, dass er mich zur Tagesklinik nach Eppendorf geschickt hat. Aber selbst das war mit Ärger verbunden. Ich brauchte eine Einweisung, bekam aber eine Überweisung. Bin noch zwei Mal hin. Beim ersten Mal hat er mich wieder weggeschickt, es sei dummes Zeug, was ich sage, Überweisung wäre richtig. Beim zweiten Mal war ich besser vorbereitet und habe einen Ausdruck der UKE Seite mitgenommen. Da bekam ich die Einweisung und eine kleinlaute Entschuldigung.
Jetzt bin ich beim dritten Neurologen, Nummer zwei habe ich nur einmal besucht, als ich aus der Tagesklinik kam. So, jetzt stellen wir erstmal alle Medikationen um, war die erste Bemerkung. Danke, das wars.
Bei Nummer drei bin ich jetzt seit 2018. Bin die letzten Jahre immer nur hingefahren, um mir ein Rezept ab zu holen. Dafür habe ich manchmal bis zu 2 h gewartet, um nach Tach - wie gehts- was brauchen Sie - Tschüss wieder nach Hause zu fahren. Rekord war 3,5 Minuten
Zwischendurch habe ich mich bei einen Neurologen in Lüneburg versucht. Beim ersten Besuch "musste" ein Hirnwellenuntersuchung gemacht werden. Warum? Ja, das machen wir immer so... Aha... Brauchte paar Wochen später noch ein Rezept für Medikamente. Wollten sie mir nicht per Post schicken, als ich da war, hieß es kommen Sie morgen wieder. Danke, das wars.
Jetzt bin ich bei einem Neurologen in Winsen. Habe ein sehr gutes Gefühl mit ihm und seinem Praxisteam.
Die Diagnose
Der erste Neurologe war sich nicht sicher, ob Parkinson oder was anderes. Deshalb hat er mich ins UKE geschickt. Es hat drei Monate gedauert, bis ich den Termin bekam. Es war eine Scheißzeit, weil ich gern gewusst hätte, was los ist. Es war paradoxerweise ein beklemmendes aber auch ein befreiendes Gefühl gewesen, als die Ärztin, zusammen mit der Parkinson Nurse, mir nach den Untersuchungen die Diagnose mitteilte. Beklemmend, weil die Ungewissheit über mir schwebt, wie geht es mit mir weiter. Befreiend, weil ich jetzt etwas tun konnte. Medikamente nehmen, Physiotherapie, Logopädie. All das musste ich in Erfahrung bringen, organisieren und machen und tun. Was tut mir gut, was könnte mir gut tun...
Was tun?
Nah der Diagnose habe ich viel im Internet rumgesucht, wie man mit der Krankheit umgeht. Obwohl ich ja vorher schon wusste, dass irgendwas mit mir nicht stimmt, war die Diagnose trotzdem niederschmetternd. Komischerweise hat ausgerechnet ein Politiker der FDP mir geholfen. Es kam zu Bruch der Koalitionsverhandlung zwischen CSU/FDP, In einem Interview hat ein FDP Mensch gesagt: Was du nicht verhindern kannst, dass sollst du begrüßen- eine chinesische Weisheit. Da hat es bei mir Klick gemacht ich kann es nicht ändern, dass ich Parkinson habe, mich trifft auch keine Schuld, dass ich Erkrankt bin. Aber das wichtigste war, dass ich mir das Motto "Aufgeben ist keine Option" gesetzt habe.
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